“Ordnung ist das halbe Leben”… na super! Aber in der heutigen Zeit Ordnung zu halten während von allen Seiten immer Neues auf einen einprasselt ist gar nicht so einfach. Daher gibt es auch eine ganze Reihe Literatur und Websites die sich mit diesem Thema beschäftigen. Am bekanntesten ist sicherlich das Buch “Getting things done” kurz “GTD” von David Allen. Der Autor schweift zwar komplett aus, aber im Kern hat er ein paar nützliche Regeln:
- Aufgaben sollten in Kontexte eingeordnet werden, z.B. @Büro, @Supermarkt, @Auto, damit man in den entsprechenden Kontexten sofort weiß was man dort zu erledigen hat. Auf diese Art und Weise vergisst man u.a. seltener was beim Einkauf.
- Alles was so anfällt sollte in einer so genannte “Inbox” abgelegt werden, und ist damit erst mal sprichwörtlich “vom Tisch” und somit auch aus dem Kopf. Denn wie oft denkt man sich “da war doch noch was” und ist dadurch gestresst.
- Die Inbox sollte dann regelmäßig abgearbeitet werden und es gibt eigentlich nur folgende Möglichkeiten was damit passiert: Papierkorb, Delegieren, Wegheften, Sofort erledigen oder Verschieben. Trotzdem sollte bei diesem Prozess niemals etwas in die Inbox zurück gelegt werden.
Der Autor hat noch eine Menge weiterer praktischer Tipps, wie z.B. sich eine Beschriftungsmaschine zu besorgen, aber das halte ich eher für Marketing da er direkt sie entsprechenden Marken nennt
Viel kompakter und menschenfreundlicher kommt die abgespeckte Version von GTD und einigen anderen Weisheiten in “Zen to done” kurz “ZTD” zum Zuge. Das PDF hat 50 Seiten und die reichen auch komplett aus. Ich bin ein großer Fan von diesem Werk! Die Website imgriff.com bietet überhaupt eine Menge nützlicher Informationen zum Thema.
Falls man aber eher ein Problem mit der Zeit an sich hat, kann ein generelles Zeitmanagement nicht schaden. Schnell erkennt man das man die meiste Zeit mit nebensächlichen Dingen verbringt, aber in kurzer Zeit große Dinge erledigen kann (Pareto-Prinzip). Mindmaps und Tagespläne helfen zu strukturieren und das Essentielle von dem Unwichtigen zu trennen. Ich habe ganz gute Erfahrenen mit folgendem Buch von Lothar J. Seiwert gemacht: 30 Minuten für optimales Zeitmanagement. Allerdings sollten auch ähnliche Bücher zum Erfolg führen können.
Prinzipiell kommt man aber einfach nicht drum herum die Dinge anzugehen, anstatt sich mit den schönen Dingen zu beschäftigen und daher beende ich diesen Artikel jetzt um meinen Schreibtisch aufzuräumen
Lothar J. Seiwert, ohje! Ich habe einige Jahre beim Radio gearbeitet und bei einer abendlichen Talksendung war Lothar J. Seiwert der einzige Gast. Professor Seiwert, um genau zu sein, wobei die beteiligten Redakteure nicht genau herausfinden konnten, woher er denn eigentlich seinen Titel hatte.
Die Sendung sollte um 20:05 nach den Nachrichten beginnen. Um 18:30 sollte Seiwert zur Vorbesprechung im Sender sein. Tatsächlich kam der “Zeitmanagement-Guru” um 20:10, was dazu führte, dass es einen sehr chaotischen Start ohne Vorbesprechung gab. Das brachte alle Beteiligten aus dem Tritt und auf einen hohen Stresslevel – bis auf Seiwert, der erklärte, noch ein herrlich erfrischendes Nickerchen gemacht zu haben. Ein sog. Power-Napping, wie er sich ausdrückte.
Die Tips von Seiwert, u.a. sich morgens nicht vom Wecker sondern von der Sonne wecken zu lassen, taten ihr übriges zu meiner Meinungsbildung.
Eigentlich unfair und engstirnig, aber nach diesem Abend kann ich ihn nicht mehr ernst nehmen, auch wenn ich mich mit seinen Thesen nicht auseinandergesetzt habe.
Das ist eine wirklich interessante Geschichte. Ich persönlich bin ja auch der Meinung, dass sich genau die Personen mit einem bestimmten Thema auseinandersetzen die genau mit diesem Thema ein Problem haben
Insgesamt sind viele Methoden beim Zeitmanagement sicherlich nicht praktikabel und halten lange auf, geben aber immerhin die wertvolle Anregung sich mal anzusehen womit man so seine Zeit verbringt. Das kann oft schon der erste Schritt zu einer Verbesserung sein. Mir ist damals aufgefallen, dass ich mind. 1h auf der Arbeit mit rauchen verbracht habe, das hätte ich so nie gedacht. Fazit: Zeitmanagement macht gesund
Ich habe letztens eine recht negativen Artikel über das GTD-Kontext-Konzept gelesen. Der Vorwurf lautete, dass man wichtige Task u.U. vergisst, weil man nicht zufällig an dem entsprechenden Ort ist (z.b. @Apotheke ) und dadurch nie den Kontext “Apotheke” und die entsprechenden Tasks aufruft.
Eine parallele Zeitverwaltung darf bei dem Konzept nicht fehlen
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